Irland

Boyne Valley – Wirklich nur ein Grashügel?

An meinem ersten Wochenende in Maynooth ging es auch gleich auf den ersten Fieldtrip. Neben dem berühmten Boyne Valley, standen auch die Steinkreuze von Monasterboice, die Ruinen von Mellifont Abbey und der Hügel von Tara auf dem Programm. Hört sich nach verdammt viel an? War es auch! Wir waren von 8:00 bis 18:00 unterwegs mit 15 Minuten Mittagspause…

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Monasterboice

Aber der Reihe nach: Begonnen hat der Trip in Monasterboice, einer alten, verlassenen Kirche mit immer noch genutzten Friedhof. Highlight dort sind die riesigen Steinkreuze, die typische Szenen des irischen Mittelalters zeigen. Interessant finde ich vor allem das Zusammenspiel der Symbolik auf den Kreuzen: Auf den Seiten sind keltische/heidnische Gravuren zu erkennen, die Vorder- und Rückseite zeigen die Kreuzigung Jesu. Gekreuzigt wird Jesus (der übrigens römische Gewänder trägt) von Wikingern – das war damals halt so in Mode. Im Schnelldurchlauf durch die irische Geschichte im Mittelalter.

 

Mellifont Abbey

Mellifont Abbey

Zweiter Stop der Reise war dann Mellifont Abbey. Hier nur die Kurzdaten: 12. Jahrhundert, Klosterruine, bemerkenswert gut erhalten – kann man mögen, muss man aber nicht. Ich tus, aber ich bin ja auch Geschichtsstudent.

 

 

 

 

Dann ging es endlich weiter ins Boyne Valley, nach Newgrange. Das ist eine steinzeitliche Kultstätte aus dem Jahre 3150 v. Chr. (und damit übrigens 500 Jahre älter als Stonehenge – eat this, England!). Erste Reaktion auf ein per Whattsapp geschicktes Bild: „Hä, das ist doch nur ein Grashügel?“ Nun ja, zum einen ein ziemlich imposanter Grashügel und zum anderen entfaltet er seine Magie erst, wenn man das Innere betritt. Nachdem man einen ziemlich engen Gang durchquert hat, steht man in einer kleinen Grabkammer. Dann zur Wintersonnenwende, wenn die Sonne aufgeht (bzw. wenn der Tour-Guide eine Lampe einschaltet…), sieht man einen Lichtstrahl langsam genau durch den Gang in das Heiligtum wandern – Gänsehautmoment!

Newgrange

Newgrange

 

Als nächstes ging es dann noch zum Hügel von Tara. Der ist sowas wie das Nationalheiligtum Irlands bis heute. Sehen kann man dort leider nicht mehr viel, weil die Stätten alle zerstört sind – die Aufnahmen aus der Luft sind da deutlich spektakulärer. Bemerkenswert allerdings, wie entspannt die Iren mit ihrer Kultstätte umgehen – überall sind Jogger und Gassi-gehende Hundehalter unterwegs. Der Tour-Guide meinte außerdem,

es hätte Tradition, sich vom höchsten Hügel herunterrollen zu lassen, das brächte Glück. Habe ich natürlich sofort gemacht – ein bisschen Glück kann nie schaden beim Reisen!

Tara

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