Reisen

Warum man im Herbst nach England reisen sollte

Das Vorurteil, dass es in England immer regnet, ist eines der hartnäckigsten, das mir je begegnet ist. Obwohl ich hier in zwei Monaten kaum Regen erlebt habe, nehme ich immernoch brav meinen Regenschirm überall hin mit. In Deutschland mache ich das nie, obwohl es da viel mehr regnet! Und meine Sonnenbrille habe ich schon Anfang Oktober in die Schublade gepackt.. zu Unrecht wie sich herausstellte.

Paignton, Torbay

Meine Bilanz so weit ist, dass das Wetter hier bisher tatsächlich besser als in Deutschland (Mannheim) ist. Natürlich muss man dazu sagen, dass Südengland ein besonders mildes Klima hat und dieses Jahr auch eine Ausnahme darstellen könnte. Was aber fest steht, ist, dass ich hier in den letzten zwei Monaten höchstens eine handvoll Tage erlebt habe, an denen es den ganzen Tag geregnet hat. Kleine Schauer sind schon häufiger, aber da braucht man meistens nicht mal einen Schirm und nach ein paar Stunden ist es wieder klar. Im Gegensatz dazu sind die Temperaturen seit mindestens einem Monat mehrere Grad wärmer als in Mannheim. Vor allem Nachts ist es hier noch warm (9-13 °C), während es in Deutschland schon Frost hat.

Als wir letzten Juli durch England und Schottland gereist sind hatten wir in zwei Wochen nur zwei Mal Regen und sonst strahlenden Sonnenschein bei fast 30 Grad! Man sollte also nicht zögern, England bei jeder Jahreszeit zu bereisen – hier kann man genauso Glück oder Pech mit dem Wetter haben wie überall sonst.

Seit ich hier angekommen bin, dachte ich bei jedem sonnig-warmen Tag, dass das jetzt bestimmt der letzte sei und die nächsten Monate nur kalt, grau und regnerisch werden. Das letzte Mal habe ich das am Samstag (31.10) gedacht, als mal wieder aus dem Nichts ein sonniger Tag auftauchte. Bei der Wanderung konnte man quasi im T-Shirt herumlaufen und Meer und Himmel waren strahlend blau!

zwischen Paignton und Brixham

Was man gleichzeitig nicht verkennen darf, ist, dass England auch bei grauem Wetter wunderschön ist! Die Faszination liegt in der Abwechslung – an einem Tag ist das Meer kristallklar und türkis und am nächsten sind die Wellen meterhoch und eine wild-romantische Stimmung liegt über der Landschaft. Ein Ausflug nach Exmouth letzte Woche brachte genau das: rötliches Meer, salziger Seewind, wilde Wellen, dunkelblauer Himmel und die Sonne, die ab und an aus den Wolken brach.

Exmouth Exmouth

Mein Fazit: Wenn man ein Land in kurzer Zeit in all seinen Facetten kennen lernen möchte, dann ist England die richtige Wahl! Eine Regenjacke und Profil an den Schuhen ist Pflicht, aber man sollte auch die Sonnenbrille nicht daheim lassen. So lange man sich auch bei schlechtem Wetter auf Ausflüge aufmacht, hat man nichts zu verlieren – aber viel zu gewinnen!

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