Reisen, Südengland

Bath Spa – Römische Bäder & Regen

Vor genau einem Monat habe ich meinen letzten größeren Ausflug unternommen: Nach Bath Spa! Die Stadt im Südwesten Englands ist für ihre Römischen Bäder, Universität und zauberhafte Architektur berühmt. Obwohl Julian und ich letzten Sommer auf unserer Interrail-Tour schon in Bath waren, hat sich der Besuch gelohnt und ich habe einige neue Ecken kennen gelernt!

Hausboote und wilde Gärten

Während es letzten Sommer schön warm und freundlich war, war es bei meinem jetzigen Besuch ein bisschen grau und ein feiner Nieselregen hat uns durch den Tag begleitet. Die bunten Bäume und raschelnden Blätter auf den Wegen konnten das allerdings wieder aufwiegen. Und auch Bath einmal bei Dunkelheit zu sehen hatte seinen ganz besonderen Reiz.

Unser Weg führte zunächst am Fluss Avon entlang zur Pulteney-Brücke. Die Brücke selbst ist komplett mit kleinen Geschäften und Cafés bebaut. Der Fluss, der unter der Brücke gestaut wird, sah allerdings bei genauerem Hinsehen etwas unappetitlich aus (der weiße Schaum gehört da eigentlich nicht hin). Nachdem wir über die Brücke in die Innenstadt liefen statteten wir den schönsten Gebäuden einen Besuch ab. Darunter natürlich Bath Abbey und die römischen Bäder (dank horrender Eintrittspreise letztere nur von außen!), das Royal Crescent Gebäude sowie den „Circus“. Beides sind rund angeordnete Häuserreihen, in denen anscheinend historische Fernsehserien gedreht werden.

Pulteney-Bridge, Bath Spa Bath Abbey Roman Baths, Bath Spa Circus, Bath Spa

Generell fühlt man sich in Bath gerne um etwa 200 Jahre in der Zeit zurück versetzt. Jane Austen verbrachte einige Jahre ihres Lebens in Bath (1801-1806), schrieb währenddessen allerdings keinen ihrer Romane und zeigte keinen großen Gefallen an der Stadt. Ganz im Gegenteil zu uns!

IMG_4868 Bath Spa

Bezaubert von den vielen schönen Ecken hatten wir uns kaum umgesehen, da waren wir auch schon mehrmals durch die Innenstadt gelaufen (die innere Altstadt ist nicht sonderlich groß). Also überquerten wir den Fluss ein zweites Mal und erkundeten die Nachbarschaft um Sydney Gardens, machten eine Pause im Park und verbrachten daraufhin einige Zeit im Holburne Museum. Zahlreiche Portraits, Amulette und dekorative Haushaltsgegenstände später beschlossen wir, zur Universität zu laufen, um sie mit Exeter zu vergleichen.

Das erwies sich nicht unbedingt als die beste Idee, da die Uni ungefähr 2 Meilen von der Innenstadt entfernt liegt und es (genau wie in Exeter) nur den Berg hoch geht. Nach einem schier endlosen Weg war die Uni selbst auch eher eine Enttäuschung. Der Campus ist zwar groß, allerdings nicht so neu wie Exeter. Die Gebäude sind riesig und grau und während in Exeter alles von Natur geprägt ist, sieht man in Bath hauptsächlich Beton. Ein Besuch ist also nicht zu empfehlen..

Bath Abbey Bath Abbey von innen Decke der Bath Abbey, Bath Spa Bath Abbey bei Nacht

Nach dem genauso beschwerlichen Rückweg bewunderten wir noch Bath Abbey bei Nacht. Sowohl von innen als auch von außen ist die Kirche ein architektonisches Meisterwerk und wunderschön anzusehen. Mit einer Tasse warmen Pfefferminztee endete ein inspirierender und anstrengender Tag.

Aufschrift auf einem Hausboot

Der schönste Moment des Tages war allerdings, als wir müde und hungrig mit der Erwartung in Exeter ankamen, dass wir noch 25 Minuten nach Hause laufen müssten. Doch dann antwortete der Schaffner des am Gleis stehenden Zuges nach St James Park (5 Minuten vom Wohnheim) auf unsere Frage, ob wir den Zug mit unserem Ticket nehmen dürften mit „tonight you can“ und einem Augenzwinkern. Besser kann ein Tag nicht enden!

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