Irland, Nordirland, Reisen

Nordirland: Belfast

Als wir am Sonntag in Dublin in den Aircoach (fährt jede Stunde und braucht 2,5 Stunden) nach Belfast stiegen, hat es sich ein bisschen wie eine Heimreise angefühlt. Nordirland gehört schließlich zum Vereinigten Königreich. Alles ist wie gewohnt in Pfund (und dementsprechend für uns teurer als in der Republik Irland) und mein Handy hatte wieder Netz. Davon abgesehen sind die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Hälften der kleinen Insel doch größer als ihre Unterschiede. Wusstet ihr, dass der nördlichste Punkt der Republik Irland sogar nördlicher liegt als Nordirland? Wenn man sich das auf der Karte ansieht fällt außerdem auf, wie klein Nordirland im Vergleich zur Republik ist. Nichtsdestotrotz kann das Land sich mit einigen Sehenswürdigkeiten rühmen. Darunter das „8. Weltwunder“, der Giant’s Causeway, und eine atemberaubende Küste.

In Belfast angekommen erkundeten wir zunächst die Innenstadt sowie die Gegend um die Universität. Der Stadt merkt man ihre beschwerliche Vergangenheit zwar an, das macht sie aber auch interessant. Die Wandmalereien (murals) auf den Mauern, die die katholischen von den protestantischen Bezirken trennen, sind das irische Äquivalent zur Berliner Mauer. Eine Tour mit den schwarzen Taxis, die es seit den „Troubles“ überall in der Stadt gibt, ist ein Favorit unter Touristen. Der Fahrer erzählt typischerweise aus eigener Erfahrung von der Geschichte der Stadt und zeigt und erklärt Orte des Konflikts.

Obwohl sich Belfast erstaunlich gut von seiner Vergangenheit erholt hat – inzwischen ist es die zweitsicherste Hauptstadt Europas – finden sich noch überall Spuren. Die Hauptverkehrsstraßen sind von hohen Mauern umgeben – im Falle von Zwischenfällen mussten so nur drei Straßen gesperrt werden, um die Stadt komplett lahm zu legen. Schulen in Nordirland sind immernoch mehrheitlich entweder nur für protestantische oder katholische Kinder zugänglich. Auch in Belfast leben die beiden Gruppen getrennt und Sonntags werden die Durchgänge zwischen den Stadtteilen geschlossen.

Einen Besuch Belfasts würde ich dennoch uneingeschränkt empfehlen. Die Stadt bietet einige schöne Fleckchen und die Spuren der Vergangenheit tragen zu ihrem besonderen Charakter bei. Und natürlich bietet Belfast einen wunderbaren Ausgangspunkt für Tagesausflüge in die nähere Umgebung.

Clock Tower, Belfast

Wir hatten zunächst überlegt, direkt von Dublin aus einen Tagesausflug zum Giant’s Causeway zu machen, allerdings hätte das eine Abfahrt um 7:30 Uhr in Dublin bedeutet. Im Nachhinein war es die bessere Entscheidung, in Belfast zu stoppen!

Belfast City Hall "Big Fish", Belfast

Bei unserem Besuch hat es konstant geregnet und es wird hier momentan auch schon um 4 Uhr dunkel (dank der Zeitverschiebung..). Auf den Fotos kann man also nur erahnen, wie es im Hellen aussieht. Wir haben zunächst die berühmte City Hall besucht, vor der ein riesiger Weihnachtsmarkt aufgebaut war. Mit der Beleuchtung hät sich Belfast nicht zurück, auch der Rest der Stadt war von Weihnachtslichtern erleuchtet und zahlreiche Gebäude wurden in bunten Farben angestrahlt. Generell merkt man, dass die Stadt auf den zunehmenden Tourismus baut und auch angewiesen ist.

Weihnachtsmarkt, City Hall, Belfast Weihnachtsmarkt, City Hall, Belfast

Wer die irische Einkaufslandschaft ausnutzen möchte, kann das jeden Tag bis 10 Uhr abends tun. Neben langen Einkaufsstraßen hat Belfast auch zwei Einkaufszentren. Im Victoria Square Shopping Centre kann man auf eine Plattform hinaufklettern und durch eine Glaskuppel das Panorama der Stadt bewundern. Das Einkaufszentrum war ein einziges Lichtermeer, überall glitzerte und blinkte es und ein Orchester spielte Weihnachtsmusik.

Weihnachtsmarkt, City Hall, Belfast IMG_5407

Zuletzt besuchten wir noch Saint Anne’s Cathedral und liefen dann durch das Universitätsviertel zurück zum wunderschönen Harpers B&B, wo wir die Nacht verbrachten. Wohin wir am folgenden Tag aufbrachen, lest ihr hier.

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