Irland, Nordirland, Reisen

Nordirland: Giants Causeway, Carrick-a-Rede Rope Bridge & Dunluce Castle

Nach einer Nacht in Belfast und einem „ulster fry“ zum Frühstück (Ulster ist die nördlichste der vier historischen Provinzen Irlands) stiegen wir in den Bus, der uns zu den schönsten Plätzen Nordirlands führen sollte.

Unser Trip nach Nordirland war relativ spontan, da wir uns nach dem Wetter richten wollten. Wir hatten im Vorfeld kurzerhand die günstigste Bustour gebucht, die mit 17,50 Pound für Studenten im Winter-Sale an Irish Tour Tickets ging. Wir würden die Tour auch uneingeschränkt empfehlen. Unser Guide war sehr nett und trotz irischem Akzent gut zu verstehen. Auch der Umfang der Tour war angemessen. Wir waren von 9:30 Uhr bis etwa 17:00 Uhr (im Sommer geht die Tour bis 18:00 Uhr) unterwegs und haben an vier Attraktionen Halt gemacht.

Während der Fahrt hat Tourleiter Gary die umliegenden Gegenden erklärt oder die Geschichte Nordirlands erläutert. So haben wir viele Fakten und Infos mitgenommen, denen wir sonst wahrscheinlich nie begegnet wären. Von der Vergangenheit Belfasts über die Geschichte bestimmter Gebäude und Gegenden bis hin zu irischen Sagen war alles dabei. Durch den Kommentar wurde die teilweise lange Busfahrt nie langweilig.

Möchte man den Giants Causeway ohne Tour erkunden, ist man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Es fährt zwar ein Linienbus die schöne Küstenstrecke entlang, dieser braucht aber deutlich länger und fährt nur zu bestimmten Uhrzeiten. Außerdem sind die Tickets für Zug oder Bus in Summe beinahe teurer als die geführte Tour.

Unser erster Stopp war nur ein kurzer Halt mit Blick auf Dunluce Castle. Die mittelalterliche Burg steht auf einer Klippe am Meer und ist dem ein oder anderen sicher als Schauplatz der Fernsehserie Game of Thrones bekannt.

Dunluce Castle, Nordirland

Eine kurze Fahrt führte uns zum nächsten Halt, der Bushmills Whiskey Distillery. Die Brennerei ist die älteste noch funktionierende in Irland und scheinbar eine große Touristenattraktion. Als wir ankamen war allerdings nichts los. Wenn man nicht gerade ein Fan von Whiskey ist, ist der Besuch kein Muss.

Bushmills Whiskey Distillery

Unser nächster Anlaufpunkt war auch schon die UNESCO-Welterbestätte Giant’s Causeway! Der Causeway besteht aus hauptsächlich sechseckigen Basaltsäulen, die sich vom Land ins Meer erstrecken. Diese einzigartige Säulenstruktur entstand wahrscheinlich durch das langsame Abkühlen von heißer Lava. Der dafür verantwortliche Vulkan ist heute jedoch vollständig erodiert.
Giant's Causeway, Nordirland Giant's Causeway, Nordirland

Da wir Montagmorgen um 12:00 Uhr mitten im Dezember ankamen, war von den sonst mehreren tausend Besuchern pro Tag nichts zu sehen. Der Tag war klar, regenfrei und teilweise sogar sonnig. Unser Tourleiter betonte mehrmals, dass wir den schönsten Tag des Jahres erwischt haben – scheinbar regnet es auf der Tour sonst eigentlich immer und der irische Sommer war dieses Jahr eine Katastrophe.

Giant's Causeway, Nordirland Giant's Causeway, Nordirland Giant's Causeway, Nordirland

Dank gutem Wetter konnten wir also unbesorgt auf den Steinsäulen herumklettern. Die höchsten der Säulen sind bis zu 12 Meter hoch, während einige nicht mal einen Meter Höhe erreichen. Der Besuch des Giant’s Causeways ist übrigens komplett kostenlos.

Giant's Causeway, Nordirland

Nach einem zweistündigen Aufenthalt dort, fuhren wir die Küste entlang zur Carrick-a-Rede Rope Bridge. Die Brücke wurde 1755 von Fischern gebaut, um das Zahlen von Steuern zu umgehen. Heute wird die Brücke vom National Trust verwaltet  Auf dem Weg zur Brücke fuhren wir am White Park Bay entlang, einem beliebten Sandstrand, der im Sommer mehrere Meilen lang ist.

White Park Bay, NordirlandCarrick-a-Rede Rope Bridge, NordirlandCarrick-a-Rede Rope Bridge, Nordirland

An der Brücke hatten wir etwa eine Stunde Aufenthalt, weswegen wir zügig die 20 Minuten vom Parkplatz dorthin wanderten. Schon der Weg offenbarte wunderschöne Aussichten auf die Klippen, Inselchen und die gegenüber liegende Rathlin Island. Die Brücke selbst verbindet das Festland mit einer winzigen Insel/Klippe im Meer. Von dort hat man eine wundervolle Aussicht auf die Küste. Allerdings kostet es 5,90 Pfund die Brücke zu überqueren. Wer Höhenangst hat, sollte sich das also gut überlegen. Auch zu beachten ist, dass die Brücke im Winter schon um 14:45 Uhr schließt, da dann schon die Dämmerung einsetzt.

Carrick-a-Rede Rope Bridge, Nordirland Carrick-a-Rede Rope Bridge, Nordirland

Während wir an der Brücke waren, hat sich das Wetter noch einmal wundersam gewandelt. Die Wolken brachen auf und wegen des bevorstehenden Sonnenuntergangs färbte sich der Himmel lila. Die Aussicht war sicherlich die schönste, die mir in meinem ganzen Auslandssemester begegnet ist.

Carrick-a-Rede Rope Bridge Carrick-a-Rede Rope Bridge Carrick-a-Rede Rope Bridge

Auf dem Rückweg fuhren wir die berühmte Küstenstraße entlang. Da die Dämmerung hier schon um halb vier einsetzt, schliefen allerdings nach und nach alle Mitreisenden im Bus ein. Einschließlich uns. Als wir wieder in Belfast ankamen, war es draußen komplett dunkel. Zum Glück erwischten wir noch den 17:30 Uhr Aircoach zurück nach Dublin und waren so um kurz nach neun zurück in Maynooth.

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