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Essen in Thailand – Curry zum Frühstück und andere Besonderheiten

Curry zum Frühstück und Früchte mit Käsegeschmack – asiatische Küche ist nicht jedermanns Sache. Gleichzeitig bietet sie aber eben auch unglaublich viel, was der europäische Gaumen nach ein wenig Eingewöhnungszeit durchaus zu schätzen weiß. In wenigen Bereichen haben wir vor unserer Reise mehr Tipps bekommen als beim Essen. Besonders Thailand und Bangkok wurden uns als Mekka des Streetfoods und der günstigen Preise angepriesen. Vielfältig, gesund und billig sollte alles sein und dazu garniert mit unbekannten Geschmacksnoten. Und da Suzan sich ja vegan ernährt und wir deswegen immer ein bisschen wählerisch sind, hatte das Thema durchaus Relevanz für uns. Ein erstes Fazit darf ich an dieser Stelle verraten: Das Essen hier ist klasse und trotzdem ganz anders als wir es uns vorgestellt haben.

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Direkt nach unserer Ankunft in Bangkok gingen das erste Mal Essen. Es schmeckte tatsächlich vorzüglich und der Preis erschien uns mit 120 Baht (3 €) pro Essen lächerlich billig. Im Endeffekt haben wir seitdem nicht mehr so viel für ein Essen ausgegeben und 120 Baht reichen manchmal für einen ganzen Tag, aber das wussten wir da noch nicht. Die Preise für Hauptspeisen sind hier tatsächlich unglaublich günstig, vor allem bei den berühmten Garküchen am Straßenrand. In den ersten Tagen haben wir uns da nicht wirklich hin getraut, weil uns alles zu seltsam und verwirrend vorkam (wie bestellt man? Ist das hygienisch? Was ist da überhaupt drin? …), mittlerweile haben wir unsere Vorbehalte aber überwunden. Im Internet steht sogar, dass die Hygiene dort besser als in vielen kleinen Restaurants ist, was man auch daran erkennt, dass fast alle Einheimischen bei den Garküchen essen. Ein Standard-Essen gibt es dort meist für 40 Baht (1,00 €), in den Restaurants ist es meist etwas teurer. Am billigsten sind übrigens die veganen Restaurants, wo es meist ein Hauptessen oder eine Suppe für 25-30 Baht (0,70 €) gibt.

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Jetzt kommt aber gleich eine gigantische Einschränkung: Außer den Hauptspeisen ist nichts anderes sonderlich billig! Die Supermärkte kann man eigentlich komplett vergessen. Sie befinden sich auf europäischem Preisniveau und haben eine eher miese Auswahl. Ein Gerücht ist übrigens, dass man hier in Asien keine Milch findet; sowohl in Bangkok als auch in Chiang Mai waren die Regale voll davon, stattdessen hatten wir durchaus Probleme, (bezahlbare) Soja- oder Reismilch zu finden.

Aber auch Vor- und Nachspeisen in Restaurants sind relativ teuer und ich zumindest bestelle nie für 100 Baht Frühlingsrollen, wenn ich für weniger als die Hälfte einen Teller Nudeln haben kann. Das führt zu einer gewissen Eintönigkeit: Ökonomisch wäre es, morgens, mittags und abends gebratenen Reis zu essen, was natürlich Blödsinn ist – stattdessen steigen wir meist auf Früchte und Shakes um.

Die Qualität des Essens ist dafür wirklich gut. Fast alles ist ein bisschen scharf, aber noch im Rahmen und dafür schmeckt das Essen auch viel intensiver als bei uns in Europa. Die meisten Gerichte haben Reis oder Nudeln als Basis und garnieren das mit Gemüse, Fleisch oder Tofu. Überhaupt ist Thailand das Reis-Land schlechthin: Die traditionelle Begrüßung der Thais im Sinne von „Na, wie geht’s?“ lässt sich übersetzen mit – „Hast du heute schon Reis gegessen?“

Die Tischsitten hier sind relativ einfach zu lernen. Gespeist wird mit Löffel und Gabel, wobei die Gabel nach Möglichkeit nicht zum Mund geführt werden sollte. Stäbchen sind nur als kulturelles Mitbringsel chinesischer Einwanderer bekannt und werden nur für „chinesische“ Gerichte (wie etwa Nudelsuppen) genutzt. Sonderbare oder eklige Erlebnisse hatten wir bisher nicht und auch die gefürchtete Lebensmittelvergiftung hat uns bisher verschont. Einzig die Feststellung, dass Curry hier eigentlich nur morgens und mittags gegessen wird, hat uns dann doch überrascht.

Um das Ganze ein bisschen anschaulicher zu gestalten, wollen wir jetzt aber unsere persönlichen High- und Lowlights vorstellen.

Tops:

1) Pad-Thai: Das Standard-Essen, was es überall gibt. Schön klebrige Nudeln mit Gemüse und Fleisch/Tofu, schmeckt etwas süß-sauer und ist meist mit Erdnüssen garniert. Besonders gut für Einsteiger geeignet, da es überhaupt nicht scharf ist. Ähnlich ist Pad See Ew (gesprochen wie englisch: see you), nur mit unglaublich klebrigen und sehr breiten Nudeln. Kosten: um 40 Baht (1,00 €).

2) Nudelsuppen: Teilweise etwas scharf, aber unglaublich lecker. Da sie mit vielen Nudeln und allerlei Sprossen, Gemüse, Fleisch etc. gefüllt sind, machen sie auch satt. Kosten: bis zu 40 Baht (1,00 €)

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3) Khao Soi: Das Nationalgericht im Norden Thailands und vielleicht bisher mein persönlicher Favorit. Weichgekochte und knusprig gebratene Nudeln mit Gemüse in einer relativ scharfen Suppe mit Kokosmilch. Einen Tick zu scharf, um es ständig zu essen, aber sonst echt lecker und wunderbar cremig. Kosten: 50-60 Baht (1,50 €).

4) Fruit Shakes: Der perfekte Snack! Shakes gibt es hier an jeder Ecke und sie sind wahnsinnig lecker! Die Früchte sind alle frisch und schmecken viel besser als in Europa – den Minibananen hier haben wir etwa den Namen „Banapfel“ gegeben, da sie ganz leicht nach Apfel schmecken. Die Auswahl ist dazu riesengroß: Bei uns landen Banane, Mango, Papaya, Drachenfrucht, Passionsfrucht, Ananas und Wassermelone in verschiedenen Variationen im Mixer. Kosten: je nach Menge und Art der Früchte, für einen 2-Frucht-Shake meist 30-40 Baht (0,75 €).

5) vegane Restaurants: Nein, Suzan hält mir keine Waffe an den Kopf, damit ich das schreibe. Hier in Pai gehe ich freiwillig jeden Tag zu einem solchen Restaurant und das hat zwei Gründe: Erstens ist es wie schon geschrieben unschlagbar billig. Die meisten Restaurants bieten vor allem ein Büffet an, wo man aus verschiedenen Speisen ein Menü zusammenstellen kann, aber meist geht man trotzdem mit unter 40 Baht (1,00 €) nach Hause. Zum anderen ist das Fake-Fleisch hier unfassbar lecker! Kein Witz, ich könnte niemals rausfinden, ob das Zeug echt ist. Das einzige Manko dabei: Ob Hühnchen, Schwein oder Rind, es schmeckt irgendwie alles nach Ente – was ja jetzt nicht schlecht ist…

Mit Veganismus haben diese Restaurants streng genommen übrigens nichts am Hut, sondern sind vielmehr streng buddhistisch ausgerichtet. Das heißt, sie verwenden keine tierischen Produkte, aber auch keine „Rauschmittel“ wie Knoblauch o.Ä. Kosten: Je nach Menüauswahl, meist 25-60 Baht (0,60 – 1,50 €).

6) Mango Sticky Rice: Klebriger, gesüßter Reis in Kokosmilch, meist serviert mit Mango und Banane. Das Zeug hat uns dann gleich beim ersten Bissen  umgehauen… U-n-f-a-s-s-b-a-r süß, aber halt auch saumäßig lecker! Für einen Nachtisch, der auch noch ganz ordentlich satt macht, ziemlich gut geeignet, zu viel sollte man aber nicht davon essen. Kosten: stark schwankend, 40 – 100 Baht (1,00 – 2,50 €)

Flops:

1) Durian: Wird auch Stinkefrucht genannt und der Name ist Programm – in vielen Hotels und in Zügen ist sie deshalb sogar verboten. Der Geschmack erinnert mich ein bisschen an ranzigen Käse, noch dazu ist sie sehr teuer. Also: Finger weg! Kosten: >200 Baht (5 €)

2) Tamarind: Kleine Wurzel mit nicht essbarem Kern, die gelutscht wird. Der Geschmack ist unglaublich sauer! Am Anfang war sie ganz lecker, aber irgendwann wurde es einfach zu viel… Noch dazu hat sie mir ein kleines Loch in die Zunge gebrannt. Insgesamt also mit guten Ansätzen, aber sehr gewöhnungsbedürftig. Kosten: …? Wir haben bisher nur beim Land Split in Pai welche zum Probieren angeboten bekommen.

3) Guave: Hat uns irgendwie nicht so gepackt, vielleicht war sie auch noch nicht ganz reif. Papayas und Drachenfrüchte sind jedenfalls leckerer und billiger.

Neuentdeckungen werden wir bei Bedarf hier noch hinzufügen. Insgesamt hatten wir aber deutlich mehr Tops als Flops, das kann man unterm Strich so stehen lassen. Kulinarisch gesehen hatten wir jedenfalls einen guten Start in unsere Weltreise!

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