Prag, Reisen, Tschechien, Weltreise

Unsere Lieblingsorte in Prag

Vor genau drei Wochen sind wir in unser kleines Apartement mitten im hippen Prager Viertel Žižkov gezogen und haben uns sofort pudelwohl gefühlt. Das ist das tolle an AirBnbs – auch für die verhältnismäßig kurze Zeit hier konnten wir den Luxus einer voll eingerichteten Wohnung genießen. Waschmaschine und Kochlöffel inklusive. Und wer kann schon von sich behaupten, bei seinem Prag-Besuch drei Mal Brownies gebacken zu haben?

Aber nicht nur in unserer Nachbarschaft haben wir uns schnell eingelebt, auch in der restlichen Stadt haben sich mit der Zeit Lieblingsplätze herauskristallisiert, zu denen es uns immer wieder hingezogen hat. Diese will ich heute mit euch teilen. Da Prag auch ein beliebtes Ziel für ein verlängertes Wochenende ist, schreibe ich jeweils die Dauer hinzu, die man für einen Besuch des Ortes einplanen sollte.


Die Prager Burg und die umliegenden Viertel

Von hoch oben wacht sie über Prag und prägt das Stadtbild neben der Moldau wohl am meisten. Und auch, wenn die Burg stark von Touristen belagert ist, sollte man sie unbedingt gesehen haben. Julian war von ihr so begeistert, dass er einen eigenen Artikel darüber verfasst hat.

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Dauer: 1-2 Stunden ohne Eintritt in die Gebäude


Vyšehrad – Prags unbekannte(re) Burg

Nicht zu Unrecht zieht die Prager Burg das ganze Scheinwerferlicht auf sich. Umso besser, dadurch ist ihre kleine Schwester Vyšehrad – die Prager Hochburg – viel weniger besucht! Auch sie überblickt die Stadt auf einem Hügel, allerdings auf der gegenüberliegenden Seite der Moldau. Man hat also eine tolle Aussicht auf die Prager Burg selbst und die Moldau. Außerdem kann man auf einem großen Teil der Burgmauer entlang laufen und sich so einen guten Überblick der Umgebung verschaffen. Wer auf Spaziergänge mit Aussicht steht, sollte hier vorbei schauen.

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Aussicht auf die Prager Burg vom Vyšehrad

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Aussicht auf die Moldau vom Vyšehrad

Dauer: ca. 1 Stunde


Žižkov

An einem verregneten Prager Nachmittag will man vielleicht ganz gemütlich einen Kaffee in einem der vielen einladenden Cafés trinken. Abseits vom Trubel der Innenstadt, aber nicht weniger verzaubernd, liegt der Stadtteil Žižkov, den wir inzwischen auch liebevoll als unsere „Hood“ bezeichnen. Historische Häuserfassaden prägen das Bild hier genauso wie der Prager Fernsehturm, der wie ein Raumschiff aus Star Wars zwischen den Häusern in die Höhe ragt. Unsere liebste Ecke in Žižkov ist der Park an der Metro-Station „Jiřího z Poděbrad“. Neben einer sehr „besonders“ aussehenden Kirche (verschafft euch selbst ein Urteil) säumen den Park zahlreiche Cafés und Restaurants, die zum Verweilen, Lesen oder Arbeiten einladen. Donnerstags bis Freitags findet außerdem ein Markt statt und auch die Umgebung ist es wert, erkundet zu werden –  eine historische Villa reiht sich an die nächste. Nach einem Mittagessen im Moment, Cafefin, Happy Bean oder Sandokan und einem Spaziergang durch den Park lässt sich ein Abstecher nach Žižkov mit einer selbstgemachten Limonade im Café Plecnic und einem Donut aus dem Donut Shop abschließen.

Beim Prager Fernsehturm liegt Žižkov

Dauer: 2-3 Stunden


Das Moldau-Ufer

A propos Café und Schlendern… Bei Sonnenschein gibt es wohl keinen schöneren Ort in Prag als das Moldau-Ufer. Am besten schlendert man von der Karlsbrücke Richtung Kampa – einer künstlich angelegten Insel mit tollem Ausblick auf die Brücken. Von dort gelangt man über die Most Legií (Most = Brücke) zurück in die Innenstadt. Oder man läuft am anderen Ufer an der Karlsbrücke los gen Süden bis zum sogenannten „tanzenden Haus“ – dem Beweis, dass Prag nicht nur wunderschöne alte, sondern auch zeitgenössische Architektur zu bieten hat. Statt auf Höhe der Stadt kann man auch hier direkt am Ufer entlang laufen und die Brücken einmal von unten bewundern.

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Dauer: 1-2 Stunden


Parks mit Aussicht? Ja, bitte!

Prag ist von Hügeln gesäumt und die Aussicht auf die Moldau und ihre Brücken kennt wohl jeder von Postkarten. Wir haben uns gefragt, von wo man wohl die beste Sicht hat und sind auf Erkundungstour gegangen. Neben der Prager Burg und Vyšehrad fanden wir die Aussicht im Letná-Park und vom Petřín-Hügel aus am beeindruckendsten.

Im Letná-Park bietet es sich an, ausgehend von östlichen Ende die Moldau entlang zum Prager Metronom zu wandern und von dort aus zum Hanavský-Pavillon. Auf dem Weg bieten sich immer wieder atemberaubende Aussichten auf die Stadt und das Schloss. Auch zum Bewundern des Sonnenuntergangs eignet sich Letná dank der Lage sehr gut. Und bei warmem Wetter kann dort man sicher toll picknicken.

Blog-4Blog-15Den Petřín-Hügel haben wir eigentlich nur durch Zufall entdeckt. Ok, der „Eiffelturm“ auf seiner Spitze ist eine bekannte Attraktion und Aussichtsplattform. Aber in den Wäldern, die den Hügel bedecken, haben wir nicht viele andere Menschen angetroffen. Umso mehr wunderschöne Aussichtspunkte haben wir gefunden! Der Hügel ist von einem Wirrwarr aus Wegen und Treppen bedeckt – das hat bei uns gleich den Entdeckergeist geweckt. Es lohnt sich, hier ein bisschen herum zu streunern. Wie es das Schicksal so will, hatten wir keine Kamera dabei, denn eigentlich wollten wir nur ein bisschen in dem Viertel hinter der Prager Burg spazieren gehen. Hier also nur ein paar schnelle Handy-Bilder. Macht Lust auf mehr, oder?

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Dauer: ca. 1 Stunde je Park


Die „Sehenswürdigkeiten“

Zugegeben, Prag hat viel mehr zu bieten als unsere ganz persönlichen „Lieblingsorte“. Es fällt dem aufmerksamen Leser sicher schnell auf, dass wir auf gute Aussichten stehen und ruhige Ecken in einer der am meisten besuchten Städte Europas gesucht haben. Wer das erste Mal in Prag ist, sollte natürlich Attraktionen wie die Karlsbrücke, den Altstädter Ring, das Klementinum, das jüdische Viertel, die John-Lennon-Wall, den Platz der Republik, das Franz-Kafka-Museum und viele andere nicht verpassen. Wie in anderen europäischen Städten gibt es auch in Prag spendenbasierte „Free Walking Tours“, die einem die Geschichte der Stadt und ihre Hauptattraktionen unterhaltsam nahebringen.

Aussicht vom Klementinum

Aussicht vom Astronomischen Turm des Klementinum

Die Karlsbrücke

Die Karlsbrücke

Blick auf die Karlsbrücke bei Nacht

Blick auf die Karlsbrücke bei Nacht

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John-Lennon-Wall


Entdecke selbst!

Prag ist eine dieser Städte, in denen an jeder Ecke eine neue Überraschung wartet. Eigentlich kann man tagelang mit vor Staunen offenen stehendem Mund durch die Straßen wandern und jedes einzelne Haus bewundern (was wir eventuell getan haben). Auch wenn man nur wenige Tage in der Stadt hat, sollte man sich ein paar Stunden Zeit nehmen, in die Tram oder Metro steigen und einfach auf gut Glück eines der Viertel erkunden. Obwohl Prag – zu Recht – so eine Touristenattraktion ist, hat die Stadt ihren ganz eigenen Charme und eine sehr eigene Persönlichkeit. Diese findet man nicht auf der Prager Burg oder in einer Kirche, sondern vielleicht abends in einer Jazz Bar mit einem Prager Bier oder in einem versteckten Café, in dem Studenten neben jungen Müttern pauken und am Tisch nebenan ein Business-Meeting stattfindet.

Prag hat für jeden Geschmack die richtige Ecke und wer sucht, der wird sicher seine ganz eigenen Lieblingsecken finden und ein paar unerwartete Entdeckungen machen.

Eine unerwartete Begegnung im Vojanovy Sady Park

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