Australien, Reisen, Weltreise

Was für 1 Wildlife! (updated)

„HALT STOP!“

„Was ist denn?“

„Koala über uns!“

Und schon wendet Suzie den Van auf der menschenleeren Straße, wir fahren ein Stück zurück und unsere Reise hat wieder einen Zehn-Minuten-Stopp mehr. Von solchen Momenten gab es in Australien bisher so einige. Wildtiere lauern hier fast an jeder Ecke, vor allem an den Campingplätzen, und wir hatten in unserer Zeit im Van schon so einige faszinierende Begegnungen mit ihnen.

Dass die Tierwelt eines unserer Highlights in Australien werden würde, hätten wir im Vorhinein nicht gedacht – man liest ja normalerweise nur viel über Spinnen, Skorpione und sonstiges ekliges Getier. (Anmerkung: Wir haben bisher erst eine Spinne gesehen, die größer war als deutsche Exemplare – also alles in Butter.) Und Naturfreunde waren wir zwar schon immer, aber eher von der „stummen“ Natur: Aussichtspunkte, Wanderwege, Strände, Panoramen, all das lieben wir, aber Tiere kamen dabei nicht zwangsläufig vor. Im Dschungel in Malaysia sind wir vielleicht schon auf den Geschmack gekommen (wer tut das nicht, bei süßen Baby-Affen im Regenwald), aber hier in Australien haben wir einfach noch viel mehr Tiere gesehen. Und vor allem leben hier eben auch wahnsinnige süße und sympathische Tiere.

An dieser Stelle wollen wir einmal auflisten, was wir bisher so alles entdeckt haben.

Vögel im Allgemeinen und Papageien im Besonderen:

Schöne Vögel sind hier wirklich überall: Auf jedem Campingplatz, an jedem Strand und jedem Parkplatz. Recht häufig sind die schwarz-weißen Magpies, die sich ein bisschen anhören wie R2D2, und natürlich Möwen am Strand. Aber auch Raben und allerlei Vögel, die wir nicht identifizieren können, fliegen hier munter an jeder Ecke herum. An mehreren Seen haben wir jetzt schon Pelikane gesichtet, womit wir um ehrlich zu sein auch nicht gerechnet hätten.

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Unser Favorit jedoch sind: die Papageien. Sie sind so wunderschön! Besonders eine Art hat es uns angetan, die rot-blau-weiße Federn hat und einfach wunderbar knallig und farbenfroh aussieht. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes kleine Farbkleckse in einem Land der gedeckten Farben. So hat man früher in der Grundschule Vögel mit Wasserfarben gezeichnet! Es gibt auch noch andere Arten, manche mit gelb-grün-blauem Gefieder, aber unser Favorit bleibt rot-weiß-blau…

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Ansonsten sollte man noch den Cockatoo erwähnen, der echt schön aussehen kann, wenn auch etwas dezenter als die Papageien. Die meisten haben weißes Gefieder und einen fast schon neongelben Kamm auf dem Kopf. Wie gesagt, nicht besonders bunt, aber trotzdem schön. Andere haben pinke Federn und einen weißen Kamm – die sehen immer aus, als hätten sie Richterperücken auf.

Der wahrlich schrägste Vogel, den wir bisher gehört, aber leider noch nicht gesehen haben, ist der Kookaburra. Sein „Gesang“ hört sich an, als würde er einen richtig schön auslachen. Daher wird er auch der „lachende Hans“ genannt und er ist hier in Australien so etwas wie ein Nationalvogel.

Wallabies:

Ach, wie stolz waren wir, als wir schon am zweiten Tag (vermeintlich) ein Känguru an unserem Campingplatz entdeckt hatten. Es tauchte direkt vor uns auf, während wir Bernie einen kurvenreichen, steilen Kiesweg hoch plagten. Nicht der beste Moment, um ein Känguru zu bewundern – und kaum hatten wir uns genähert, war es auch schon ganz schnell weggehoppelt.

In Wahrheit handelte es sich jedoch gar nicht um ein klassisches Känguru, sondern um ein Wallaby. Diese Zwergkängurus ähneln den „echten“ Kängurus ziemlich stark (hopsende Fortbewegung, allgemeines Aussehen), sind jedoch viel kleiner. Deswegen leben sie auch eher im Wald, als im freien Gelände. Besonders auf Campingplätzen im Wald sind sie sehr zutraulich und wir konnten da schon einige Male welche in freier Wildbahn sehen.

Unser Highlight dabei war ein kleiner Wanderweg um einen anderen Campingplatz, der direkt durch Wallaby-Territorium führte. Beide Seiten des Weges waren von hohem Buschwerk überwachsen, sodass wir die Tiere kaum hören oder sehen konnten (aber sie uns natürlich schon!), bis sie auch schon vor uns über den Pfad gehüpft waren. Viel zu schnell für uns, geschweige denn für unsere Kamera. In solchen Momenten fühlten wir uns wieder einmal ganz klein und demütig angesichts der Natur; im Wald hat der Mensch mit seinen beschränkten Sinnen und ohne seine technischen Hilfsmittel einfach mal nichts zu melden.

Einmal hatten wir dann allerdings Glück und eines der Tiere blieb für ein paar Minuten im Gebüsch sitzen und posierte für ein paar Fotos. Das war dieser kleine Kerl hier unten…

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Kängurus:

Richtige Kängurus haben wir dann auch gesehen. Die Tiere sind beeindruckend groß und zeigen wenig Scheu vor Menschen. Ein Exemplar hoppelte einfach mal so abends in der Dämmerung über unseren Campingplatz, nur wenige Meter von uns entfernt. Im Wilsons Promontory konnten wir dann mehrere beim grasen beobachten, darunter sogar ein Baby-Känguru!

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Präsent waren sie auch bei unserer bisher einzigen Fahrt in der Dunkelheit. Wir hatten geradezu panische Angst davor, dass so ein Koloss unseren Van rammen könnte; und das wohl leider zu Recht. Die Straßenränder, vor allem in weniger bewohnten Gebieten, sind voll von toten Kängurus, die sich anscheinend nachts am warmen Asphalt wärmen und dann überfahren werden. Wildunfälle sind eine echte Gefahr in Australien.

Faszinierend waren auch die weißen Kängurus, die wir einmal in einem kleinen Reservat gesehen haben. Die sahen irgendwie ein bisschen gruselig aus, finde ich – ein bisschen so wie Mew aus Pokemòn, wem das noch ein Begriff ist.

Koalas:

Was den Knuddeln-woll-Faktor angeht, vielleicht unser heimlicher Favorit. Die Tiere sehen einfach aus wie überdimensionale Stoffteddybären, da gibt es nichts dran zu rütteln. Außerdem sind sie sehr fotogen: Sie schlafen nämlich bis zu zwanzig Stunden am Tag; dementsprechend lange posieren sie für Fotos, wenn man denn mal einen entdeckt hat. Allerdings hatten wir noch nicht die Ehre, einen von vorne zu fotografieren. Bis wir die Kamera gezückt hatten, haben sie uns einfach dezent ihre Rückseite zugewendet.

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Die süßen Tiere zu entdecken ist gar nicht so einfach. Ihr graues Fell deckt sich nämlich ziemlich gut mit dem hellen Holz der Eukalyptusbäume, außerdem klettern sie gerne in Höhen herum, die man ihnen nicht zugetraut hätte und in denen man schon echt die Augen zusammenkneifen muss, um einen zu entdecken.

Im Tower Hill Reservat haben wir zum ersten Mal einen Koala in sagen wir mal semi-freien Wildbahn gesehen, ein weiteres Mal einfach so auf einer verlassenen Straße. Wie oft wir auf den nie enden wollenden Eukalyptus-Alleen ohne es zu merken unter Koalas vorbeigefahren sind, wollen wir gar nicht wissen.

Emus:

Das Tower Hill Reservat habe ich ja schon erwähnt. Dort liefen Emus ungestört und ganz zutraulich über die Parkplätze und die Wege herum. Faszinierende Tiere sind sie ja schon, auch wenn sie mit den dunklen Köpfen und den roten Augen ein ganz klein bisschen gruselig aussehen. Ein bisschen staksig sind sie auch, kaum zu glauben, dass sie trotzdem bis zu 50 km/h schnell rennen können – schneller als Usain Bolt und auch schneller als unser Campervan auf der durchschnittlichen australischen Straße…

Immerhin gibt es (für die Angsthasen unter uns, also Julian) einen einfachen Trick, wie man sich vor ihnen schützen kann. Man hält sich einfach eine Hand über den Kopf, sodass die Tiere denken, man sei selbst ein größerer, stärkerer Emu. Ich scheine also doch einige Ähnlichkeit mit einem großen und starken Emu zu haben, denn wir blieben von jeglichen Attacken verschont.

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Ansonsten gab es noch mehr zu sehen, als man einzeln hier auflisten kann: etwa Kaninchen, verschiedene Wasservögel, einen Ameisenigel oder eine schwarze Schlange, die zum Glück auf der Straße, während wir darauf fuhren. Sonstiges Ekelgetier haben wir, wie oben schon beschrieben, bemerkenswert selten getroffen. Toi, toi, toi, dass das so bleibt. Und alles andere auch.

Vielleicht ist als nächstes Reiseziel ja eine Safari geplant. Lust auf Wildlife haben wir nach Australien auf jeden Fall.


Nachtrag:

Kaum hatten wir diesen Artikel veröffentlicht, sind uns doch tatsächlich noch mehrere Kängurus, Papageien und ein Sumpf-Wallaby über den Weg gelaufen (wo, das lest ihr hier). Und zwei Wombats! Daher haben wir noch ein paar Fotos ergänzt.

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