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Zehn Fakten über Kolumbien

Essen

Das Essen in Kolumbien war (wie eigentlich überall) nicht auf Südostasien-Niveau, aber durchaus lecker. Grundnahrungsmittel sind vor allem Fleisch, Reis und Bohnen. Leider gibt es relativ wenig frisches Gemüse, aber das machen die Früchte zum Teil wieder wett. Gewürzt wird auch nicht übermäßig viel, deswegen kann es manchmal etwas fade schmecken.
Trotzdem war das Essen oft sehr abwechslunsgreich. In den allermeisten Restaurants wird nämlich nicht a là Carte bestellt, sondern schlicht und einfach ein Tagesmenü ausgeschenkt. Dazu gehören üblicherweise eine Suppe, ein Hauptgang, ein frischer Fruchtsaft und ein kleiner Nachtisch. Der Kostenpunkt? Meist um die 12.000 Pesos, das sind umgerechnet etwa 3,50 Euro. Da kann man nicht meckern!

Früchte

In Kolumbien wachsen unheimlich viele exotische Früchte. Also wirklich unheimlich viele, mehr als wir aufzählen können. Unsere Favoritin (neben all den „bekannten“ Früchten wie Mangos, Ananas etc.) war die Pitaya oder Drachenfrucht. Die muss man aufschneiden und löffelt dann das weiche, süßere Innere heraus wie bei einer Kiwi. Es schmeckt ein bisschen wie eine Kirsche.

Viele der Früchte sind recht sauer, zum Beispiel die Lulo, Guanabana, Guruba oder Mamoncillo. Diese werden dann mit einer großen Portion Zucker zu frischen Säften verarbeitet und zu jeder Tageszeit getrunken.

Fußball

In Sachen Fußballverrücktheit braucht sich Kolumbien vor Ländern wie Brasilien definitiv nicht zu verstecken. Der Ex-Präsident Juan Manuel Sontas sagte einmal angeblich, er hätte zwei große Dinge in seinem Leben vollbracht: den Friedensvertrag mit der FARC auszuhandeln und den Nationaltrainer Jose Pekerman vorzuschlagen, der Kolumbien bei der WM 2014 ins Viertelfinale gebracht hatte. Besonders bei der aktuell heiklen politischen Situation ist die Nationalelf, die „Cafèteros“, ein wichtiger Faktor, das Land zu einen und für die gleichen Ziele kämpfen zu lassen. Am Tag des ersten WM-Spiels trugen alle Kolumbianer ihr neongelbes Trikot, von der Verkäuferin bis zum Geschäftsmann – es sah aus wie eine inoffizielle Uniform auf den Straßen. Leider haben sie dann verloren…
Das Fußballfieber hat jedoch auch eine dunkle Seite: Ein kolumbianischer Verteidiger, der in den 1980ern ein entscheidendes Eigentor geschossen hatte, wurde ein paar Wochen später von Drogenbaren ermorden lassen…

Flüchtlinge

Kolumbien ist eines der Länder mit der höchsten Flüchtlingspopulation auf der Welt – alleine aus Venezuela sind etwa 700.000 Menschen nach Kolumbien geflohen. Das hat übrigens reale politische Konsequenzen: Die Armutsflüchtlinge aus Venezuela waren im Präsidentschaftswahlkampf überaus präsent. „Wir wollen keine venezolanischen Verhältnisse“, war die Grundaussage des konservativen Kandidaten, um seinen sozialistischen Gegenspieler zu diskreditieren – erfolgreich.

Tourismus

2017 kamen 6,5 mio. ausländische Touristen nach Kolumbien; ein Jahr zuvor waren es nur etwa 3,2 mio. – ein Anstieg von fast 100%. Im Jahre 2005 kamen pro Jahr nicht mal 1,0 mio. Besucher ins Land, was vor allem an der unsicheren politischen Lage lag. Der Friedensvertrag mit der größten Rebellengruppe FARC hat in dieser Hinsicht wirklich Wunder bewirkt! Es ist dem Land wirklich zu wünschen, dass diese verhältnismäßige Ruhe anhält. Kolumbien war eines der absoluten Reisehighlights unseres Jahres und es ist wirklich schade, dass es so wenig bekannt ist.


Die Zukunft des Abkommens ist jedoch fragwürdig: Bei den Präsidentschaftswahlen im Juni gewann der Konservative Kandidat Ivan Duque, der das Abkommen mindestens neu verhandeln will. Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt es sowieso ab… Da kann man nur die Daumen drücken, dass Kolumbien den Frieden bekommt, den es so dringend nötig hat.

Besiedlung

Kolumbien ist mehr als drei Mal so groß wie Deutschland, hat aber trotzdem nur 49 mio. Einwohner. Das liegt daran, dass die südöstliche Hälfte des Landes so gut wie überhaupt nicht besiedelt ist; dort ist hauptsächlich Regenwald und die Täler mehrerer Flüsse, die in die großen Ströme Amazonas oder Orinoco münden. Daher sind neben den Küstengebieten – ausgerechnet – die bergigen Andenregionen dicht besiedelt.

Kaffee

Kolumbien ist eines der vier großen Kaffee-Exporteure der Welt – trotzdem ist es fast unmöglich, in Kolumbien einen vernünftigen Kaffee zu bekommen. Die traurige Wahrheit ist: Das gute Zeug wird exportiert, der Mist bleibt im Land. Das Schicksal der rohstofferzeugenden Länder…

Artenvielfalt

Nicht nur geografisch hat Kolumbien den Jackpot gezogen. Dank der diversen landschaftlichen und klimatischen Verhältnisse (Karibikküste, Pazifikküste, Hochland, Wüste, Regenwald, …) gibt es eine große Vielfalt an Tieren und Pflanzen, viele davon findet man nur in Kolumbien.

Es gibt zum Beispiel etwa 3500 verschiedene Orchideen-Arten! Besonders für Vogelliebhaber ist Kolumbien ein Paradies, es ist das Land mit der größten Vielfalt an Vogelspezies auf der Welt. Wir haben viele bunte Vögel beobachten können und besonders auch die Schmetterlinge haben uns gut gefallen.

Kultur

Von anderen Reisenden haben wir gehört, dass an vielen Orten Südamerikas nichts mehr los wäre und man kaum Einheimische auf der Straße antrifft. In Kolumbien ist das Gegenteil der Fall. Auf den Straßen ist immer viel los und überall, wirklich überall läuft Latin-Musik. Ob im Minibus, Supermarkt, Restaurant, Hostel, Flugzeug… Der Rhythmus liegt den Kolumbianern im Blut! Abends treffen sich die Menschen auf den Plazas der Städte und unterhalten sich oder trinken einen Fruchtsaft.

Während unserer Zeit dort haben wir die Menschen als sehr freundlich und hilfsbereit wahrgenommen, aber eines muss man wissen: Englisch spricht dort kaum jemand, ein wenig Spanisch sollte man also schon können. Das Spanisch der Kolumbianer ist übrigens sehr deutlich und damit gut zu verstehen.

Street Art

Nirgends haben wir so viel Street-Art gesehen, wie in den Städten Kolumbiens. Die Bilder zieren oft ganze Hauswände und oft weisen lokale Künstler damit auf die Missstände im Land hin.

Während das Sprayen lange illegal war, wird es nun in manchen Städten – zum Beispiel in Bogotá – gefördert und die Künstler bekommen Materialien gestellt. Dieser vormals heruntergekommene Sportplatz ist ein gutes Beispiel für den Effekt, den Street Art haben kann.

 

 

 

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