England, Reisen

Eine Reise in den Norden

Die Wanderwölfe sind zurück! Nun auch hier auf dem Blog. Für alle, die uns nur hier verfolgen, gibt es nun das erste Update unserer Schottlandreise.

Der zündende Funken

Schon als wir in Australien mit dem Oldtimer-Van „Handsome Bernie“ unterwegs waren, war uns klar, dass das nicht die letzte Reise in einem mobilen Zuhause für uns gewesen sein sollte. Schon gegen Ende unserer Weltreise haben wir beschlossen, uns einen eigenen Van zuzulegen, um damit im folgenden Sommer Europa zu erkunden. Denn auch wenn unser Fernweh nach der Weltreise erstmal besänftigt war, hatten wir einiges an Abenteuerlust dazugewonnen. Und da Europa an jeder Ecke mit wunderbarer Natur besticht, fiel es uns nicht schwer, erstmal auf Fernreisen zu verzichten.

Wir hatten genug Zeit, um uns für ein Reiseziel zu entscheiden und schließlich wählten wir Schottland. Wie die meisten inzwischen bestimmt wissen, hegen wir eine große Liebe für die britischen Inseln und Irland. In Schottland waren wir bisher nur kurz und wir wussten, dass es ganz traumhafte Landschaften, viel Küste, viele Inseln und tolle Nationalparks beherbergt.

Im Februar haben wir uns dann einen VW Bus gekauft und viele liebe Helfer haben dazu beigetragen, dass letzte Woche endlich das Wundermobil fertiggestellt wurde. It takes a whole village to build a van! Der Innenausbau ist ganz wunderbar geworden und der Bus fühlt sich an wie ein kleines, gemütliches Häuschen. Dank des Hochdachs und des langen Radstandes ist der T5 innen nämlich deutlich geräumiger, als er von außen vermuten lässt. Das kommt uns beiden relativ großen Menschen doch sehr zu Gute.

Das Abenteuer beginnt

Gleich zu Beginn unserer Reise wartete dann auch schon die erste längere Fahrt mit dem Auto auf uns, es ging direkt zur Fähre von Calais nach Dover. Und England ließ sich mal wieder nicht lumpen: Während es auf dem Festland tropische Temperaturen hatte, erwarteten uns auf der Insel gleich zwei Gewitter und heftige Regenschauer. Wir waren sofort angekommen. Das lag natürlich auch am Linksverkehr, den typisch englischen Backsteinhäusern und dem obligatorischen Grauschleier über der immergrünen Landschaft. Wir verbrachten die erste Nacht auf einem Parkplatz in Dover und fuhren am nächsten Morgen weiter nach Oxford. Wir waren beide neugierig auf die Stadt und wurden nicht enttäuscht.

Ein Tag in Oxford

„I wonder anybody does anything at Oxford but dream and remember; the place is so beautiful.
One almost expects the people to sing instead of speaking. It is all like an opera.”

– William Butler Yeats

Dieses Zitat habe ich auf einer Damentoilette in der Innenstadt entdeckt und wir können es komplett unterschreiben. Nur, dass wir statt einer Oper an einen Film gedacht haben. Häuser und Türen sind in nostalgischen, bunten Farben gestrichen. Die Menschen auf den Straßen wirkten wie Schauspieler: junge Frauen, die in kleinen Cafés in ihre Notizbücher kritzeln; verstrubbelte Studenten, die auf ihren Fahrrädern durch die engen Gassen rasen und ältere Damen, deren Terrier denselben Gesichtsausdruck haben wie sie. Wir waren verzaubert!

Allein auf weiter Flur im Lake District

Nach der Nacht in Oxford wollten wir unbedingt noch einen Stopp in der Natur einlegen und fuhren in den Lake District Nationalpark. Abends hatten wir noch Zeit für einen kurzen Spaziergang bei bestem Wetter und waren sofort an unseren Besuch vor fünf Jahren erinnert.

Damals waren wir mit Zug und Zelt unterwegs gewesen und hatten einige Tage an einem wunderbaren Zeltplatz direkt am Wasser verbracht. Diesmal sind wir nicht bis zu den Seen gefahren, aber die „Rolling Hills“ und die windgepeitschten, knorrigen Bäume waren genau dieselben.

Der Ausdruck „allein auf weiter Flur“ ging uns immer wieder durch den Kopf, als wir dort spazieren gingen. Soweit das Auge reicht gibt es nur Natur, keine Häuser, keine Menschen, keine Autos. Ein Spaziergang bei dieser Aussicht und die Anstrengungen des letzten Uni-Jahres waren uns wieder komplett aus den Köpfen geblasen.

Nach dem Lake District erreichten wir endlich unser (vorläufiges) Ziel: Edinburgh. Dort verbrachten wir vier Tage mit Freunden, die wir in einem nächsten Post dokumentieren werden.

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