England, Reisen, Schottland

Eine Woche in Perthshire, im Herzen Schottlands

Nach dieser kurzen Sendepause von uns möchte ich euch von unseren Erlebnissen in Perthshire berichten. Für eine Woche bekamen wir Besuch von Julians Familie und blieben zu sechst in einem wunderschönen Ferienhaus, etwas südlich des Cairngorms Nationalparks und etwa zwei Stunden nördlich von Edinburgh, in der Nähe des kleinen Örtchens Aberfeldy.

Wir freuten uns sehr darauf, das, was uns an Schottland so verzaubert hat, zur Abwechslung mit anderen teilen zu können. Und so machten wir uns am ersten Tag gleich auf zu einer entspannten Wanderung am Loch Tay. Die Landschaft in Perthshire ist weniger steinig, als im Westen Schottlands und die Berge sind grüner, es gibt mehr Bäume und Wälder.

Nachdem auch bei unseren Mitreisenden die Wanderlust geweckt wurde, starteten wir am zweiten Tag in eine etwas längere Wanderung, beginnend am Blair Atholl entlang des River Tilt, immer weiter hinein in das Glen Tilt. Auch hier war die Landschaft grün und waldig, aber je weiter wir in das Tal hineinliefen, desto besser wurde die Aussicht auf die schroffen Gipfel des südlichen Cairngorm Nationalparks.

Den nächsten Tag nutzten wir, um das kleine Dorf Fortingall zu erkunden, in dem sich der älteste Baum Europas befindet: die „Fortingall Yew“, eine Eibe auf einem Kirchhof.

Danach besuchten wir noch das Dörfchen Kenmore am Loch Tay, liefen entlang des Flusses und schließlich zum Taymore Castle (leider lag meine Kamera im Auto, deshalb gibt es an dieser Stelle keine Fotos).

Die Wanderung im Glen Tilt war mit ihren knapp 13 Kilometern eine unserer längeren Touren, aber Höhenmeter hatten wir dabei kaum zurückgelegt. Deshalb planten wir für den nächsten Tag die ultimative schottische Wander-Erfahrung: die Besteigung zweier Munros (=Berge, die über 3000 Fuß hoch sind). Glücklicherweise lag der erste Munro , der Beinn Ghlas, direkt auf dem Weg zum zweiten Gipfel, dem Ben Lawers. Wir hatten riesiges Glück mit dem Wetter und waren nicht die einzigen, die sich auf den Weg zum Gipfel machten. Auf den gut 11 Kilometern verteilten sich die Wanderer zum Glück recht gut.

Während der Weg anfangs noch durch recht flache Heidelandschaft führte, wurde er nach einer ersten Weggabelung deutlich steiler. So kamen wir schnell immer weiter nach oben und die Aussicht wurde von Minute zu Minute besser. Während wir noch einen guten Blick auf Loch Tay hatten, sahen wir immer mehr der umliegenden Berge, die sich schier unendlich in alle Himmelsrichtungen erstreckten.

Auf dem ersten Gipfel, dem Beinn Ghlas, machten wir eine kurze Pause und genossen die Aussicht auf das benachbarte Tal. Oben war es deutlich kühler und es hatten sich ein paar Wolken vor die Sonne geschoben, sodass wir froh waren, unsere warmen Jacken dabei zu haben.

Hinter dem Gipfel des Beinn Ghlas mussten wir nun wieder etwas nach unten steigen, um uns dann an den zweiten Aufstieg zu machen.

Dort konnten wir ein paar Gleitschirmflieger beobachten und wurden an unseren eigenen Sprung in Kolumbien erinnert, der in einer ähnlich beeindruckenden Landschaft stattgefunden hatte.

Je näher wir dem Gipfel kamen, desto nebliger wurde es. 

Zum Glück zogen die Wolken immer mal wieder weiter und offenbarten den Blick auf die umliegenden Hügel und einen kleinen Bergsee.

Auch Beinn Ghlas konnte man gut erkennen und wir waren froh, dass der Rückweg uns an der Bergflanke entlang und nicht wieder über den Gipfel führte.

Auch von der Flanke des Berges aus hatten wir eine wunderbare Aussicht und der Weg war deutlich weniger steil als der Hinweg, was uns sehr entgegen kam.

Erschöpft und mit hervorragender Laune kamen wir wieder am Auto an und beendeten so einer der schönsten Wanderungen, die wir bisher in Schottland gemacht haben.

Blick auf den Beinn Ghlas vom Parkplatz.

Den nächsten Tag füllten wir mit einem Besuch in Edinburgh, um am darauf folgenden und letzten Tag mit der Familie noch einmal ein paar schottische Klassiker abzuhaken.

Morgens fuhren wir in eine Whisky-Destilliere. Auch wenn der Whisky uns nicht besonders gut schmeckte, waren Museum und die Führung sehr interessant und auf jeden Fall sehenswert.

Danach stoppten wir am Castle Menzies und damit war die Woche auch schon vorbei. Julians Familie fuhr über die wunderschöne Queensferry Crossing Bridge zurück nach Edinburgh zum Flughafen und wir zogen zurück in den Bus und machten uns auf den Weg nach Westen.

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