Exeter, Südengland

Exeter – oder: Umzug vom Schloss in den Park

Seit Mitte September darf ich Exeter in Südengland mein neues Zuhause nennen. Das idyllische Städchen ist Hauptstadt der Grafschaft Devon und hat nur etwa 120.000 Einwohner – davon sind knapp 17.000 Studenten. Das erste, was einem hier auffällt, ist, dass die ganze Stadt nicht nur auf einem, sondern auf zahlreichen Hügeln gebaut ist. Dies erschwert zunächst die Orientierung ein wenig, vor allem da viele Straßen für den ungeübten Beobachter genau gleich aussehen. Sobald man sich aber ein wenig zurechtgefunden hat, fällt einem auf, wie grün die Stadt ist. Neben malerischen engen Gässchen in der Innenstadt (die unter anderem J.K. Rowling zur Winkelgasse in Harry Potter inspirierten) finden sich überall verstreut Grünflächen und Parks. Der größte dieser Parks ist, so scheint es, der Campus der Universität – nicht umsonst wurde er schon zum schönsten Campus Englands gewählt. Damit kann er locker mit dem Mannheimer Campus – einem Barockschloss aus dem 18. Jahrhundert – mithalten. Schon am ersten Tag erfuhr ich hier von einem stolzen Dozenten, dass es auf dem Campus mehr Bäume gibt, als die Universität Studenten hat!

Im Verleich zu vielen anderen Städten in Devon ist Exeter beinahe eine Großstadt. Die Innenstadt bietet zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten. Von großen Shopping-Malls bis hin zu unabhängigen Lädchen, die zum Verweilen einladen, ist alles vertreten. Ein großer Vorteil der Stadt ist, dass sich eigentlich alles fußläufig erreichen lässt. So ist man von der Innenstadt aus in wenigen Minuten am Flussufer, wo man unter anderem Kanufahrer oder Jogger beobachten kann.

Um auch bei Regen, der hier nicht gerade selten ist (Achtung: Euphemismus), draußen herumstreunern zu können empfiehlt es sich auf jeden Fall einen Regenschirm, mehrere Paare wasserfester Schuhe (ein Paar ist immer nass) sowie eine Regenjacke und ein sonniges Gemüt mitzubringen. Wer sich zu den ganz Harten zählt sollte den Regen wie die meisten englischen Student(inn)en einfach ignorieren und – trotz kalter Temperaturen und Nässe von oben und unten – in kurzer Kleidung und hippen Schuhen herumlaufen. Durch die Nähe zum Meer (mit dem Zug erreicht man Exmouth in etwa 30 Minuten) ist das Wetter hier jedoch sehr wechselhaft, sodass auf einen Schauer auch gerne mal eine Sonnenstunde folgt.

Exeter besticht nicht nur durch seine Schönheit, sondern auch durch seine Lage. Mit der Jurassic Coast, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt, sowie den Dartmoor und Exmoor Nationalparks befinden sich in nächster Nähe zahlreiche sehenswerte Naturschauplätze, die schon Künstler wie Arthur Conan Doyle (Sherlock Holmes – The Hound of the Baskervilles) inspirierten. Um diese auch im wechselhaften Herbstwetter genießen zu können, empfehlen sich wasserdichte und robuste Schuhe oder Gummstiefel („Wellies“), Wechselstrümpfe sowie wetterfeste Kleidung. Der Wanderweg kann sich gerne mal in einen kleinen Bach verwandeln

Neben einem Ausflugsziel an sich bietet Exeter also einen wunderbaren Ausgangspunkt für Ausflüge in die umliegende Landschaft sowie natürlich einen ausgezeichneten Ort für ein Auslandssemester – the British way.

Dartmoor National Park - unterhalb des Warren House Inn

Dartmoor National Park - unterhalb des Warren House Inn

Dartmoor National Park

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