Reisen, Südengland

Plymouth – Britain’s Ocean City

Um die verbleibenden sonnigen Tage gebührend zu nutzen, brachen wir letzten Sonntag zu einem Tagestrip in das etwa eine Stunde entfernte Plymouth auf. Mit nur 6 Pfund für Hin- und Rückfahrt gestaltete sich das Abenteuer sogar verhältnismäßig günstig. Auf den ersten Eindruck erscheint Plymouth gleich viel größer und weitläufiger als Exeter. Die Straßen sind breiter, die Gebäude höher, die Wege länger. Vom Bahnhof führte der erste Weg an den/die/das „Plymouth Hoe“, einen Park am Meer, der auf einem Kalksteinplateu gebaut ist. Läuft man von dort am Meer entlang, kommt man zum Hafen. Von dort ist unter anderem 1620 die Mayflower auf dem Weg nach Nordamerika abgelegt! Die süßen kleinen Gässchen, Cafès und Imbisse im anliegenden Hafenviertel wirken typisch für englische Hafenstädte und laden zum Verweilen ein.

The Plymouth Hoe

Wir legten im „Tudor Rose Tea Room“ eine Pause ein und ich wagte mich an mein erstes English Breakfast. Höchstwahrscheinlich hat es sich auch um mein letztes gehandelt.. So viel fettiges Essen so früh am Tag ist mein deutscher Magen nicht gewöhnt! Das Cafè an sich ist allerdings auf jeden Fall empfehlenswert, man kann bei Sonnenschein in einem gemütlichen Innenhof/Garten sitzen und die Einrichtung ist sehr englisch und gemütlich – nächstes Mal gibt’s für mich dann auch Cream Tea (Tee und Scones mit Sahne und Marmelade). Das nächste Traditionsessen, an das ich mich wagen werde ist der berühmt-berüchtigte Sunday Roast – was genau man darunter versteht, berichte ich dann bei Gelegenheit.

Tudor Rose Café in Plymouth English Breakfast im Tudor Rose

Nach der Pause wanderten wir am Hafen entlang, um dann mit einem kleinen gelben Shuttle-Schiff nach Cremyll – einer Landzunge – überzusetzen. Beim Herumwandern dort trafen wir ein älteres Ehepaar beim Brombeeren pflücken mit dem wir uns nett unterhielten. Mein Eindruck von Briten ist bisher durchweg positiv, alle sind offen und freundlich und klingen ehrlich interessiert, wenn sie eine internationale Gruppe wie uns treffen. Der Mann erzählte uns von einer Legende, dass Francis Drake auf der Plymouth Hoe gerade Bowle gespielt habe, als er die spanische Armada auf dem Meer entdeckte. Und, dass die Brombeeren jedes Jahr kleiner werden – er kommt aber trotzdem unbeirrt jedes Jahr mit seiner Frau zum Pflücken.

Hafen in Plymouth

Entlang der Küste in Südengland führt ein langer Wanderweg, der South West Coast Path. Auf unserer Großbritannien-Reise im letzten Sommer sind wir den Pfad schon stellenweise entlang gewandert. Ein Abschnitt des Weges verläuft auch durch Plymouth und wir sind ihm von Cremyll aus ein paar Meilen die Klippen entlang gefolgt. Das Wetter war hervorragend, das Meer so glatt, dass es wie eine feste Oberfläche aussah und der Weg gab nach kurzen Waldstrecken immer wieder den Blick auf eine atemberaubende Aussicht frei: auf der einen Seite der Hafen von Plymouth; davor das Meer, das von kleinen und großen Segelbooten gesprenkelt ist und entlang der Küste die typischen Klippen der Südküste.

Klippen am South West Coast Path, Plymouth South West Coast Path, Plymouth

Obwohl wir sehr lange auf einen Zug zurück nach Exeter warten mussten und dort am falschen Bahnhof ankamen (sodass wir von dort völlig erschöpft den langen Weg zum Wohnheim gehen mussten) war Plymouth auf jeden Fall einen Ausflug wert! Die Stadt an sich ist perfekt zum Herumschlendern und es gibt viel zu sehen und entdecken. Außerdem ist die Landschaft hervorragend für eine kleine Spontan-Wanderung geeignet – es ist also für jeden etwas dabei!

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