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What Pho – zwischen Tempeln und Touristen

An unserem letzten Tag in Bangkok führte uns unser Weg endlich zu den Haupt-Touristenattraktionen der Stadt. In einem größeren Areal befinden sich dort der Königspalast mit dem berühmten Smaragd-Buddha, der Tempel Wat Pho sowie das Museum von Siam; komplettiert wird das Ganze von Bars und Restaurants am Fluss, von denen man einen guten Blick auf den Tempel Wat Arun auf der anderen Flussseite hat.

Schon an unserem ersten Tag in Bangkok wollten wir eigentlich den Königspalast besichtigen, mussten aber feststellen, dass man beim Einlass die Reisepässe vorzeigen mussten – die hatten wir aber nicht dabei. Im Oktober ist der Palast jetzt geschlossen, um dort alles für die Trauerfeier am 13. Oktober vorzubereiten, wo zum einjährigen Todestag an König Bhumibol Adulyadej gedacht wird. Da das Museum von Siam montags geschlossen hat, blieb für uns also nur Wat Pho übrig.

Auch dieser Tempel nimmt ein größeres Areal ein. Im Osten der Anlage liegt ein viereckiger Platz, in dessen Zentrum das größte Tempelgebäude steht, der Phra Ubosot; westlich davon befindet sich ein rechteckiges Gebiet mit einigen Chedis und der Hauptattraktion, dem liegenden (Englisch: „reclining“) Buddha. Der Eintritt hielt sich mit 100 Baht pro Person (2,50 €) durchaus im Rahmen (für Einheimische ist der Tempel kostenlos). Wir betreten die Anlage durch den Eingang an der Ostseite und orientieren uns erst einmal. Ganz einfach ist das nicht, denn nur wenige Schildern sind auf Englisch geschrieben und diese sind nicht wirklich informativ.

Um das Tempelgebäude im Süden führt ein viereckiger, überdachter Säulengang. In einer ellenlangen Reihe stehen dort Buddha-Statuen auf hohen Sockeln nebeneinander und schon diese sind prächtig anzuschauen. Vor allem die Sockel, die aus farbigen Steinen und Emaillen gefertigt sind, haben es mir angetan: Sie funkeln einfach fabelhaft und haben wunderschöne Farben. Außerdem ist jeder einzelne Sockel verschieden, sodass wir erst einmal ein paar Minuten dem Säulengang folgen und die Farbenpracht genießen.

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Überhaupt gibt es in Wat Pho viel zu sehen: Überall sind kleine Statuen von Krieger und Tieren, kleinere Nebengebäude oder Säulen zu sehen, farbige Dächer und goldene Schmuckstücke verwöhnen das Auge. Gerade die Geschichte der Statuen ist faszinierend: Sie zeigen entweder chinesische Krieger und Gelehrte oder Tiere wie Affen, Tiger und Wasserbüffel. Laut einer Schautafel stammen sie von siamesischen Händlern, die vor langer Zeit Waren nach China brachten und die Statuen auf dem Rückweg als Ballast zurückbrachten. Außerdem sind die Gesichtsausdrücke der Kriegerstatuen klasse…

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Die meiste Zeit unseres Aufenthalts verbringen wir damit, einfach ziellos durch diesen Teil der Anlage zu stromern und uns von der Vielfalt beeindrucken zu lassen – das kann ich generell nur dringend empfehlen. Einigermaßen erstaunt stellen wir fest, dass in diesem Teil von Wat Pho nicht viel los ist. Warum wissen wir da noch nicht, vermuten aber, dass es mit der Sperrung des Königspalastes zusammenhängt.

Dann betreten wir den Phra Ubosot, den großen Tempel im Zentrum der viereckigen Anlage, in dem uns ein riesiger Buddha entgegen lacht. Lange bleiben wir dort drin allerdings nicht: Ein Aufseher ermahnt uns und andere Touristen, nicht mit den Fußsohlen auf den Buddha zu zeigen (Die Füße gelten in Thailand als unrein) und nach ein paar unangenehmen Schneidersitz-Versuchen meinerseits gehen wir schon wieder nach draußen.

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Es wartet der westliche Teil der Anlage auf uns. Schon von weitem sehen wir die Spitzen hoher Bauwerke (Chedis) hinter dem Säulengang aufragen. Was genau diese darstellen sollen, lässt sich schwer beschreiben: Sie ähneln einer Mischung aus Statue und Säule, haben einen stufenförmigen achteckigen Grundbau und ein lange Spitze. Dazu sind sie farbenfroh und leuchtend gestaltet, was auch sie zu einem wirklich schönen Anblick macht. Errichtet wurden sie jedenfalls von vergangenen Königen zu Ehren Buddhas.

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Eine Weile streifen wir also zwischen den Säulen umher und bewundern auch hier die Farbenpracht, dann lockt uns die eigentliche Hauptattraktion Wat Phos: Der liegende Buddha.

Die goldene Statue verbirgt sich in einem länglichen Tempelgebäude im nordwestlichen Teil Wat Phos. Hier ist es deutlich voller als im östlichen Teil der Anlage; anscheinend lockt die berühmte Statue deutlich mehr Besucher als der ruhige, aber schöne Ost-Teil. Vor dem Eingang müssen wir unsere Schuhe ausziehen und diese in einer Plastiktüte mit durch den Tempel tragen.

Die Statue selbst vermag zumindest mich nicht wirklich zu fesseln, sie ist weder originell noch besonders kunstfertig. Eigentlich ist sie nur groß, genau genommen 45 Meter lang. Rinsgherum führt ein Säulengang, den wir im Uhrzeigersinn durchschreiten. Den Buddha sieht man dabei aus relativ kurzer Entfernung zwischen den Säulen hindurch.

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Auch das ist meiner Meinung nach der Erfahrung eher abträglich: Auf diese Weise sieht man immer nur Ausschnitte der Statue und kann dank fehlender Total-Ansicht die Größe der Figur gar nicht richtig greifen. Dafür gibt es für 20 Bahnt (0,50€) Spendendosen mit Kleingeld zu kaufen; am Rande des Gangs sind zu diesem Zwecke dutzende Metalltöpfe angebracht, in die die Besucher dann jeweils eine Münze hineinwerfen. Das Klimpern der Münzen bildet das konstante Hintergrundrauschen des Tempels.

Insgesamt war der liegende Buddha für mich eher eine Enttäuschung. Der östliche Teil der Anlage um den Phra Ubosot erschien mir deutlich schöner, ruhiger und vielfältiger als der westliche Teil. Daher auch unser Tipp, unbedingt den Eingang an der Ostseite zu nehmen – dort sind schätzungsweise nur ein Zehntel der Touristen unterwegs.

Nachdem wir Wat Pho verlassen hatten und das Museum von Siam geschlossen hatte, stromerten wir dann noch ein wenig durch den nahen Pha Klong River Market, der mit seinen Ständen und engen, überdachten Gässchen den typischen Bangkoker Charme ausstrahlte. Leider waren die Preise in diesem sehr touristischen Teil der Stadt ein wenig hoch. Zum Abschluss gab es dann noch ein Foto vom bereits angesprochenen Wat Arun und die Heimfahrt mit dem Boot – in Bangkok immer ein Erlebnis.

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