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Auf Serpentinen hoch ins Glück

An unserem letzten Tag in Chiang Mai sind wir noch einmal losgezogen und haben eine Menge erlebt: Als Belohnung gab es ein paar tolle Aussichten und eine Menge unvergesslicher Erlebnisse. Aber davon später mehr, denn bei unseren ersten beiden Stopps haben wir gar keine Fotos gemacht. Wir sind nämlich früh aufgestanden, um uns das allmorgendliche Betteln der Mönche anzuschauen. Die stehen jeden Morgen um 4:00 Uhr auf und widmen sich für einige Stunden der Meditation; bei Sonnenaufgang kommen sie dann aus den Tempeln in die Stadt, um sich Essen zu erbetteln – die einzige Mahlzeit für den Tag, nach 12:00 ist nur noch flüssige Nahrung erlaubt.

Wir sind also um 7:00 Uhr aufgestanden und zum Platz neben dem Three Kings Monument gelaufen, um uns das Ganze einmal genauer anzusehen. Die Mönche, gut erkennbar in ihren orangefarbenen Roben, saßen auf Bänken am Rande des Platzes, während einer von ihnen eine Ansprache hielt. Der Rest des Platzes war gerammelt voll! Mindestens einige hundert Bewohner standen, saßen oder lagen dort herum und hatten sich mit Unmengen an Essen in Körben und Plastiktüten eingedeckt. Nach der Ansprache formten diese dann eine Gasse, durch die die Mönche mit ihren Schalen hindurchliefen. Die Menschen verbeugen sich mit vor dem Herzen zusammengenommenen Händen ehrfürchtig vor den Mönchen und legen jedem etwas in die Schale. Am Ende verpackten die Mönche das restliche Essen in große Plastiksäcke. Im ersten Moment kam uns das unglaublich viel vor, aber es gibt eben auch über 200 Tempel in Chiang Mai und es ist auch die einzige Mahlzeit des Tages für die Mönche. Spannend war es für uns aber umso mehr, einmal gelebte Kultur Thailands mit anzusehen. Die Mönche haben keinen eigenen Besitz und sind komplett abhängig von der Gemeinschaft. Die Ehrfurcht und Hingabe mit denen die Menschen den Mönchen und Novizen – teilweise wirklich noch Kindern – das Essen schenkten war wunderschön anzusehen. Die „Abhängigkeit“ der Mönche von den Spenden der Bewohner ist sicher ein Schlüssel zu einem tiefen Gemeinschaftsgefühl.

Nach dem Frühstück ging es dann mit dem Taxi an den Stadtrand zu einem Rollerverleih. Ja, richtig, wir sind Roller gefahren! Die kleinen Maschinen sieht man generell in Thailand überall und besonders in Chiang Mai sind sie enorm praktisch, da die meisten Sehenswürdigkeiten abseits der Altstadt nur schwer mit dem Bus zu erreichen sind. Gefährlich sind die Dinger nicht – zumindest nicht, wenn man wie wir mit circa 20 km/h damit fährt. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sind wir dann auch ganz gut damit gefahren… Gefährlich ist vor allem der wilde Verkehr in der Stadt und auf den Hauptstraßen, den wir größtenteils umgangen sind, indem wir den Roller erst am Stadtrand mieteten.

Ziel unseres Ausflugs war der Wat Phra That Doi Suthep, ein Bergtempel, von dem man einen tollen Ausblick über Chiang Mai und die Umgebung hat. Schon der Weg dorthin war eine Erfahrung: Auf nur 9 Kilometer geht es 700 Höhenmeter nach oben, eine wunderschöne, in Serpentinen angelegte Straße den Berg hinauf. Der Dschungel um uns herum war wunderbar grün, wir hatten bestes Wetter, es war kaum Verkehr und so war die Fahrt nach oben doch recht vergnüglich – für mich zumindest. Suzan hatte den ganzen Weg über Panik, dass wir in den Graben fahren und konnte es kaum erwarten, wieder abzusteigen.

Das letzte Stück des Weges mussten wir dann aber zu Fuß zurücklegen. Eine Naga-Treppe führte 360 recht steile Stufen den Berg hinauf. Das Treppengeländer bildeten dabei zwei Schlangenleiber aus Stein (besagte Nagas), die unten in zwei beeindruckenden Schlangenköpfen ausliefen.

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Der Tempel selbst war dann eher unspektakulär. Alles war voller Touristen und an das viele Gold und die unzähligen Buddha-Figuren hat man sich irgendwann dann auch gewöhnt:

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Am besten gefallen haben uns die Wandgemälde, die im Säulengang um den großen Gold-Chedi in der Mitte angebracht waren.

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Spannender war dagegen die Entstehungsgeschichte des Ortes. Der Legende nach brachte ein Mönch einige Buddha-Reliquien nach Chiang Mai, die sich am für sie vorhergesehenen Orte aber plötzlich teilten. Also brauchte man nun einen neuen Aufbewahrungsort; um diesen zu bestimmen, band der Mönch die Reliquien einem weißen Elefanten auf den Rücken. Dieser stürmte dann davon und umrundete dreimal den Berg. Dort wo er sich schließlich niederließ, steht heute der Wat Doi Suthep. Im Tempelhof erinnert eine große Statue eines weißes Elefanten an diese Geschichte.

Aber einerlei, das spektakulärste an diesem Tempel waren sicherlich weder die Wandgemälde noch die Erbauungslegenden sondern die Aussicht. Es gab gleich zwei Aussichtspunkte von denen wir einen wirklichen schönen Blick über den Dschungel und Chiang Mai bis hin zu den höchsten Bergen Thailands am Horizont hatten. Getrübt wurde das ganze leider durch ein paar Wolkenfetzen.

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Noch besser war die Aussicht dann ein paar hundert Meter bergab auf der Rückfahrt.

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Auch die Rückfahrt mit dem Roller verlief problemlos (ich werde immer besser, sprich sanfter beim Beschleunigen!) und bei bestem Wetter. Trotzdem beschlossen wir wohlweislich, nicht mit dem Roller durch die Innenstadt zu fahren – das haben wir uns dann doch nicht zugetraut. Im Endeffekt gaben wir so den Roller, den wir für 24 Stunden gemietet hatten, nach 2,5 Stunden wieder zurück – trotzdem war das ganze mit 250 Baht (6 Euro) billiger als ein Taxi.

Mit einem solchen Taxi ging es dann zu unserem letzten Stopp am heutigen Tag: Dem Waroros-Markt. Solche Märkte sind ganz generell der absolute Wahnsinn (im Wortsinn!) und dieser machte keine Ausnahme. Auf drei Stockwerken in einer überdachten Fabrikhalle gab es dort einfach alles zu kaufen: von Klamotten über frische Früchte bis hin zu Haushaltswaren und Lebensmitteln.

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Mit einem einigermaßen erfolgreichen Einkaufsbummel beendeten wir dann unser Tagesprogramm. Erstanden haben wir nur eine weiße Hose und ein weißes T-Shirt. Die brauchen wir für unser übernächstes Ziel – was das ist, wird aber noch nicht verraten.

 

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