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Zwischenlandung in Hawaii!

Eigentlich sollte unser nächstes Ziel ja (Süd-)Amerika heißen. Aber da unsere bevorzugten Flüge dorthin aus Australien über Hawaii und San Francisco führten, haben wir uns entschlossen, dort jeweils ein paar Tage zu stoppen – wenn wir schon mal da sind. Und was soll man sagen: Es gibt schlechtere Zwischenstopp-Destinationen als Hawaii.

Genau genommen waren wir auf der Insel O’ahu, das ist nicht die größte, aber dank der Hauptstadt Honolulu wohl die bekannteste Insel Hawaiis. Eigentlich wollten wir hier vor allem unseren Jetlag ausschlafen – bis wir gesehen haben, was man hier alles erleben kann! Zehn-Meter-Wellen, Strände, Dschungel, Berge, Vulkankrater, Schildkröten, Wale, Korallenriffe, Pearl Harbour – das alles gibt es auf O’ahu. Leider konnten wir in unseren fünf Tagen nur einen Bruchteil davon erleben (das Busnetz ist eher ausbaufähig und dazu war das Wetter teilweise durchwachsen), aber das hat uns schon sehr gut gefallen. Hier kommen also unsere Highlights:

1) Waikiki Beach

Der vielleicht berühmteste Strand der Welt. Hier war alles so entspannt, wie wir es im Vorhinein gehört hatten. Strand, Palmen, eine nette Skyline, dazwischen Hotels mit Infinity-Pool. Ein riesiges, natürliches Planschbecken.

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Die Leute laufen hier übrigens wirklich oft im Hawaii- (oder wie es hier heißt: Aloha-) Hemd herum. Wir dachten immer, dass in Hawaii niemand mit den Dingern rumrennt, genauso wenig wie alle Bayern Lederhosen anhaben. Aber uns wurde versichert, dass sogar Politiker darin auftreten. Dazu gesellen sich gelassene Touristen, darunter viele Japaner – und das ohne jegliches Ballermann-Flair. Alkohol in der Öffentlichkeit ist verboten, laute Musik auch und wenn überhaupt stammt sie von ein paar Ukulele spielenden Surfern. Honolulu begrüßte uns also mit einem herzlich netten Aloha.

Überhaupt ist diese Begrüßungsformel sehr nett. „Aloha“ kann soviel wie Hallo, Tschüss, aber auch Liebe heißen. Ziemlich vielseitig also. Traditionellerweise begrüßen sich die Hawaiianer übrigens, indem sie ihre Nasen gegeneinander reiben – die Silbe „ha“ in Aloha repräsentiert den Atem, dem man seinem Gegenüber ins Gesicht haucht.

  1. Diamond Head

Am zweiten Tag machten wir uns dann auf zu unserer ersten Wanderung, dem Diamond Head, einem alten Vulkankrater, den man besteigen kann. Gemeinsam mit Horden anderer Touristen stiegen wir einen schmalen und ziemlich steilen Steinpfad entlang nach oben. Unter der Spitze kletterten wir durch einen alten stillgelegten US-Army-Bunker und erreichten wieder das Freie. Oben erwartete uns dann eine nette Aussicht über das Meer, das Kraterinnere, Honolulu und die Berge dahinter.

HawaiiBlog-14 HawaiiBlog-13 HawaiiBlog-18Die Aussicht war wirklich eine nette Überraschung. Das Schild am Eingang hatte noch von brauner, karger Landschaft gesprochen, hier oben war alles grün und saftig. Hinter Hawaii lagen zu diesem Zeitpunkt einige außergewöhnlich regenreiche Wochen, was in diesem Fall einmal ganz praktisch war.

Wem die Landschaft vage bekannt vorkommt: Auf O’ahu wurden die Jurassic-Park-Filme gedreht.

Windig war es oben allerdings auch, also stiegen wir recht schnell wieder nach unten.

Danach wollten wir eigentlich noch zum Schnorcheln fahren, aber der Bus tauchte nicht auf. Also liefen wir einfach eine Stunde lang an einem schmalen Strandstreifen zurück in die Stadt. Begrüßt wurden wir erst von ein paar nackten Kerlen beim Sonnenbaden und dann von einem Typen, der uns fragte, ob wir mit ihm Gras in seinem Bungalow rauchen wollten. Wie sich später herausstellte, war es der inoffizielle Nudisten-Strand O’ahus. Wieder eine Erfahrung gemacht. Landschafts- und Lauftechnisch war der Strand aber top!

3) Makapuu Lighthouse Trail & Shoreline Trail

Am letzten Tag nahmen wir noch einmal eine Doppelwanderung in Angriff. Erst ging es einen gut gepflasterten, wenn auch etwas steilen Weg hoch zu einem alten Leuchtturm auf den Klippen. Auch hier waren einige Touristen unterwegs, dafür war die Aussicht aber auch traumhaft: Berge, Täler, Küste, Meer und Strände, kurz: alles was Hawaii so zu bieten hat.

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Dann ging es weiter zum Offshore-Trail ins Tal und der hatte es in sich! Aloha geteerte Straße, Aloha Schlamm und Pfützen (habe ich schon erwähnt, dass dieses Wort recht vielseitig ist?). Eine der Pfützen war jedenfalls so tief und umfangreich, dass es absolut kein Durchkommen gab, jedenfalls nicht trockenen Fußes. Also zogen wir unsere Schuhe aus und kämpften uns durch den Matsch. Und das war erst der Anfang, wir waren nämlich falsch abgebogen… Ein paar Meter weiter kam nämlich die nächste Pfütze (eher ein matschiger See), die uns endgültig den Weg versperrte und uns zum Umdrehen zwang. Wir schlugen uns eine Weile durch die Gräser und suchten nach einem alternativen Zugang zum offiziellen Wanderweg.

Irgendwann waren wir an einem kleinen Meeresarm angelangt und tatsächlich konnten wir den richtigen Weg wieder sehen – auf der anderen Seite.

Wir versuchten, an der schmalsten Stelle hindurchzuwaten, es war aber zu tief. Also drehten wir uns schweren Herzens um und liefen wieder zurück. Immerhin fanden wir einen anderen Weg zurück zum Leuchturm, bei dem wir nicht wieder durch die Schlammpfütze mussten und sogar einen netten kleinen Strand mitnahmen.

4) Honolulu

Am letzten Tag ließen wir es ruhiger angehen, also zogen wir noch ein bisschen durch die Innenstadt. Wirklich spektakulär war es nicht, aber ganz nett. Als erstes besichtigten wir den ehemaligen Königspalast, übrigens der einzige im Staatsgebiet der USA. Bautechnisch war er übrigens angenehm klein und unspektakulär – in so einem Ding hätte vielleicht der Gärtner von Ludwig XIV gewohnt.

Danach bestaunten wir noch für eine Weile die bunten Fische am kleinen Korallenriff im Hafen von Honolulu – ein netter Abschied für uns, da wir ja das Schnorcheln verpasst hatten.

Und dann ging es auch schon weiter. Hawaii hat uns definitiv überraschend gut gefallen; es war jedenfalls deutlich mehr als „nur“ eine Strandoase, wie wir es im Vorneherein gedacht hatten. Wir würden definitiv noch einmal wiederkommen, um die Nordküste O’ahus und die anderen Inseln zu erkunden. Mehr kann man sich von einem Zwischenstopp ja gar nicht wünschen!


Leider haben wir nicht so viele Fotos von Hawaii, weil uns in Australien ein Objektiv kaputt gegangen ist und wir fürs erste nur eine Festbrennweite (ohne Zoom) dabei haben. Die eignet sich nicht so gut für Landschaftsaufnahmen!

1 Comment

  1. Avatar

    Lisa

    26. Mai 2018 at 17:19

    Hallo Julian und Suzan, zunächst wusste ich nicht, wer von euch beiden den Beitrag verfasst hat, bis ich zum Vergleich mit dem Gärtner von Ludwig XIV gestoßen bin. Das hat mich zum Schmunzeln gebracht. Euch weiterhin viel Spaß und Freude. LG Lisa

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